Was Zürcher Krypto-Inhaber jetzt wissen müssen — und warum Abwarten keine Option ist
Seit einigen Monaten höre ich in Beratungsgesprächen immer öfter denselben Satz: „Mein Ledger liegt bei mir zuhause, das weiss doch niemand.“ Oder: „Auf Binance bin ich mit einer alten E-Mail-Adresse registriert.“ Oder einfach: „Krypto ist doch noch nicht geregelt.“
Das stimmt nicht mehr. Und ab 2026 stimmt es endgültig nicht mehr.
Was ist CARF — und was hat das mit Ihrer Steuererklärung zu tun?
CARF steht für Crypto Asset Reporting Framework — ein internationales Regelwerk der OECD, dem sich die Schweiz gemeinsam mit rund 74 Staaten verpflichtet hat. Das Ziel: Krypto-Vermögen sollen steuerlich gleich behandelt werden wie klassische Bankkonten.
Was das konkret bedeutet:
Ab dem 1. Januar 2026 sind Schweizer Anbieter von Krypto-Dienstleistungen — Börsen, Handelsplattformen, Wallet-Anbieter — gesetzlich verpflichtet, Kundendaten und Transaktionen systematisch zu erfassen und der Eidgenössischen Steuerverwaltung (ESTV) zu melden. Der erste automatische Datenaustausch mit Partnerstaaten ist für 2027 vorgesehen.
Das heisst: Die Daten werden jetzt gesammelt. Ausgetauscht werden sie danach.
Was gemeldet wird — konkreter als viele denken
CARF geht weiter als der klassische Banken-Informationsaustausch (AIA). Gemeldet werden nicht nur Kontostände, sondern:
- Tausch von Krypto in Fiat-Währung (CHF, EUR, USD)
- Tausch von Krypto in Fiat und zwischen Kryptowährungen (für Schweizer Privatanleger steuerlich neutral, aber meldepflichtig)
- Staking-Erträge und DeFi-Einkommen
- Transaktionsvolumen und -häufigkeit
- Identität des Kontoinhabers inkl. Steueridentifikationsnummer
Kurz: Wer ein verifiziertes Konto bei einer Schweizer oder europäischen Plattform hat, hinterlässt ab 2026 eine vollständige Datenspur — unabhängig davon, ob er seine Gewinne bisher deklariert hat oder nicht.
Was bedeutet das für Krypto-Inhaber in Zürich?
Die Schweiz besteuert Krypto-Vermögen grundsätzlich als Privatvermögen — das bedeutet: Kursgewinne sind für Privatpersonen steuerfrei. Das ist ein echter Vorteil gegenüber vielen anderen Ländern.
Aber: Es gibt Ausnahmen und Graubereiche, die steuerlich relevant sind:
Steuerpflichtig sind in der Regel:
- Erträge aus Staking, Mining und Lending (gelten als Einkommen)
- Gewinne aus gewerbsmässigem Handel (wenn das Steueramt Ihren Handel als berufsmässig einstuft)
- DeFi-Erträge je nach Struktur
Steuerfrei bleiben in der Regel:
- Kursgewinne von Privatpersonen auf Bitcoin, Ethereum etc.
- Bestände im Privatvermögen, die nicht aktiv gehandelt werden
Die entscheidende Frage, die das Steueramt stellt: Sind Sie Privatanleger oder gewerbsmässiger Händler? Diese Grenze ist nicht immer eindeutig — und CARF macht die Antwort darauf sichtbarer als je zuvor.
Das Zeitfenster: Jetzt handeln oder abwarten?
Hier ist die Situation, die ich meinen Kunden aktuell erkläre:
Bis der erste Datenaustausch 2027 stattfindet, haben Krypto-Inhaber in der Schweiz noch die Möglichkeit, vergangene Fehler in der Deklaration zu korrigieren — in vielen Fällen über eine straflose Selbstanzeige — das bedeutet: keine Busse, aber Nachsteuern und Verzugszinsen fallen trotzdem an, sofern es sich um die erste handelt und die Tat noch nicht entdeckt wurde.
Sobald die Daten 2027 beim Steueramt eingehen und mit vergangenen Steuererklärungen abgeglichen werden, schliesst dieses Fenster.
Das bedeutet nicht, dass alle Krypto-Inhaber Probleme haben. Wer seine Bestände korrekt deklariert hat, muss sich nicht sorgen. Aber wer unsicher ist — ob Staking-Erträge angegeben wurden, ob die Abgrenzung Privatvermögen/gewerbsmässig korrekt ist, oder ob vergessene Transaktionen auf alten Plattformen noch relevant sind — dem empfehle ich, die Situation jetzt zu prüfen, nicht 2027.
Häufige Fragen, die ich in der Praxis höre
„Ich nutze nur ein Hardware-Wallet, keine Börse — betrifft mich CARF?“ CARF erfasst primär Anbieter von Krypto-Dienstleistungen, die Kunden-KYC durchführen. Ein reines Hardware-Wallet ohne Verbindung zu einer regulierten Plattform fällt aktuell nicht direkt unter die Meldepflicht. Aber: Sobald Sie Coins über eine regulierte Plattform kaufen, verkaufen oder tauschen, entsteht eine Datenspur.
„Ich habe nur kleine Beträge — lohnt sich eine Prüfung überhaupt?“ Ja. Nicht wegen der Summe, sondern wegen der Struktur. Auch kleine Staking-Erträge oder vergessene Airdrops können steuerlich relevant sein — und eine ordentliche Dokumentation schützt Sie besser als Ignorieren.
„Was ist mit NFTs?“ NFTs fallen unter CARF, sofern sie handelbar sind und einen Zahlungs- oder Anlagewert haben. Persönliche oder nicht handelbare Sammlerstücke ohne Marktwert sind ausgenommen.
Was ich Ihnen anbiete
Ich berate Sie konkret und ohne Panikmache — auf Deutsch, Englisch oder Russisch — zu folgenden Punkten:
- Einschätzung: Privatvermögen oder gewerbsmässiger Handel?
- Prüfung vergangener Deklarationen auf Vollständigkeit
- Begleitung bei freiwilliger Nachdeklaration, falls notwendig
- Steuerliche Dokumentation Ihres Krypto-Portfolios für kommende Jahre
Ich führe diese Beratungen persönlich durch — in unserem Büro an der Kalkbreitestrasse 59 in Zürich Kreis 3, telefonisch oder per Videocall.
Fazit
CARF ist keine Bedrohung für seriöse Krypto-Inhaber — es ist eine Formalisierung von etwas, das schon immer gegolten hat: Erträge aus Krypto sind in der Schweiz deklarationspflichtig, auch wenn Kursgewinne steuerfrei sind.
Was sich ändert: Die Steuerbehörden sehen ab 2027 deutlich mehr. Wer heute Klarheit schafft, hat morgen keine Überraschungen.
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